Gestern bin ich über das nette Twitter-Mashup poliTweet gestolpert und da ist mir eingefallen, dass ich an dieser Stelle noch gar nichts über das spannende Samstagsprogramm geschrieben habe. “Nun Samstag?” mag der eine oder andere fragen - “was soll da denn auf der CeBIT los sein?”
Ein Highlight im Samstagsprogramm ist für mich das Panel “Politik 2.0″ - im Super-Wahljahr 2009 durfte das natürlich auch auf der Webciety nicht fehlen. Unter der Leitung von Rolf Luehrs, Abteilungsleiter bei TuTech Innovation in Hamburg, diskutieren Vertreter von den vier großen Parteien auf der CeBIT Webciety über die Veränderungen, die das Web 2.0 sowie seine Merkmale wie die partizipativen Kommunikations- und Interaktionsformen und Transparenz für die Politik bringen. Zentrales Schlagwort wird dabei sicherlich Obama sein und ob ein Einsatz der Web 2.0-Dienste im Wahlkampf auch in Deutschland Erfolg haben kann. Ein weiteres Thema wird aber auch der Aspekt der Bürgerbeteiligung im Netz sein, die wie z.B. beim Projekt “Bürgerbeteiligung an der Hamburger Haushaltsplanung” (siehe auch Bericht zum Social Web Breakfast in Hamburg am 30.01.) mit den partizipativen Konzepten des Web 2.0 nun erst möglich werden.
Als Gesprächspartner beim “Politik 2.0″-Panel habe ich mich bemüht, jeweils eine Person mit Web 2.0 Erfahrung zu bekommen. Ich denke, der Kreis der Teilnehmer ist sehr gelungen, weshalb ich jeden hier kurz mit seinen Erfahrungen und (bewußt) nicht mit seinen Parteifunktionen vorstellen will (in alphabetischer Ordnung - falls ich etwas vergessen habe, möge man mir das korrigieren!)
- Volker Beck, Die Grünen - bloggt unter Beckstage, twitter unter @volkerbeck und ist in Social Networks unterwegs (Facebookl, XING)
- Rüdiger Kruse, CDU - ist Mit-Initiator des Bürgerbeteiligungsprojektes zum Hamburger Haushalt, hat sich einen Twitter-Account gesichert
- Frank Schäffler, FDP - betreibt sein Weblog, twittert und ist in Social Networks (Facebook, XING)
- Kajo Wasserhövel, SPD - organisiert seit ‘98 die Online-Wahlkämpfe seiner Partei, bloggt seit 2005, ist in Social Networks (Facebook)
Wie man sieht, sind die Aktivitäten der Teilnehmer sehr unterschiedlich ambitioniert - für alle gemein ist aber wohl, dass das Internet Leitmedium der Zukunft (O-Ton von Kajo Wasserhövel) ist. So sieht das auch Prof. Dr. Dr. Karl-Rudolf Korte, Professor der Politikwissenschaften an der Universität Essen-Duisburg, den ich noch zusätzlich als neutralen Beobachter zum Panel eingeladen habe und der in der Netzgesellschaft einen Treiber für den Wandel der Politik sieht (geäussert in einem Video-Interview z.B. hier). Interessant finde ich auch noch einen Satz von ihm aus einem anderen Interview (siehe nachfolgendes Video), in dem er einen klaren Bedeutungszuwachs der einzelnen Parteimitglieder sieht, da sie im Web 2.0 zu medialen Akteuren werden.
Insgesamt verspricht das Panel IMHO eine spannende Diskussion, auf die ich mich schon sehr freue.
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